Parlamentswahl in Ungarn: Deutsche Nationalitätenliste verpasst Mandat
Am 12. April 2026 wurde in Ungarn ein neues Parlament gewählt. Die von der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) aufgestellte deutsche Nationalitätenliste hat dabei kein Mandat errungen.
Nach Angaben der LdU waren 22.812 Personen im ungarndeutschen Wählerverzeichnis eingetragen. 22.188 von ihnen nahmen an der Abstimmung teil, das entspricht einer außergewöhnlich hohen Wahlbeteiligung von 97,26 Prozent. Insgesamt wurden 17.845 gültige Stimmen für die deutsche Nationalitätenliste abgegeben. Für ein Mandat wären 24.651 Stimmen erforderlich gewesen. Auffällig ist dabei auch der hohe Anteil an ungültigen Stimmen.

In einer Pressemitteilung betonen die Vorsitzende der LdU, Ibolya Hock-Englender, und der Spitzenkandidat der deutschen Nationalitätenliste, Gregor Gallai, dass das Ergebnis dennoch zeige, dass innerhalb der Gemeinschaft weiterhin ein erheblicher Bedarf an einer eigenen parlamentarischen Vertretung bestehe und viele es für wichtig hielten, mit einer eigenständigen Stimme im öffentlichen Leben präsent zu sein.

Gallai wird die ungarndeutsche Gemeinschaft in der nun beginnenden Legislaturperiode als Sprecher im Ungarischen Parlament vertreten. Er erklärte: „Dieses Ergebnis ist für uns kein Abschluss, sondern eine Rückmeldung. Es bestärkt uns darin, dass der Bedarf an gemeinschaftlicher Vertretung weiterhin besteht und wir diese Arbeit auch in Zukunft mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln fortsetzen müssen“.

Zugleich verwies er darauf, dass die gemeinschaftliche Vertretung weiterhin auf den im Wahlkampf formulierten Grundprinzipien aufbauen solle, darunter eine dialogorientierte, transparente Arbeitsweise, der kontinuierliche Austausch mit der Gemeinschaft sowie eine konsequente Vertretung ihrer Interessen.
Die LdU kündigte an, die Wahlergebnisse im Detail auszuwerten und die Faktoren zu analysieren, die zu diesem Ergebnis geführt haben. Ziel sei es, die Ansprache und Einbindung der Gemeinschaft weiter zu stärken und die Interessen der Ungarndeutschen künftig noch wirkungsvoller zu vertreten.

Im Wahlkampf hatte sich die LdU insbesondere auf Themen konzentriert, die den Alltag der Gemeinschaft betreffen, darunter der Erhalt der Sprache und des kulturellen Erbes, die Weiterentwicklung des Institutionensystems sowie die stärkere Einbindung jüngerer Generationen.
Die LdU und der Sprecher dankten allen, die sich am Wahlprozess beteiligt haben, und gratulierten zugleich den neu gewählten Abgeordneten und Sprechern des Ungarischen Parlaments.


