AGDM in der FUEN begrüßt Bundestagsdebatte zu Flucht und Vertreibung vor 80 Jahren

Die AGDM in der FUEN begrüßt die Debatte des Deutschen Bundestages vom 25. Juni 2026 zum Gedenken an Flucht und Vertreibung vor 80 Jahren. An der Debatte beteiligten sich Abgeordnete aller Fraktionen.

Seitens der CDU betonte Klaus-Peter Willsch MdB, Vorsitzender der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, dass Flucht und Vertreibung der Deutschen keine beliebige Migrationsgeschichte, sondern ein prägender Teil der deutschen Geschichte und Identität seien. Ausgehend von der Geschichte seines eigenen Vaters machte er deutlich, wie sehr Heimatverlust bis heute Familien über Generationen hinweg prägt. Zugleich unterstrich er, dass dieses Kapitel der Geschichte sichtbar gehalten und weiter aufgearbeitet werden müsse.

Auch Stephan Mayer MdB (CSU), Präsident des Bundes der Vertriebenen, erinnerte an das Leid von rund 15 Millionen vertriebenen Deutschen. Er machte zugleich deutlich, dass Flucht und Vertreibung im Zusammenhang mit den Verbrechen des nationalsozialistischen Deutschlands zu sehen seien. Gleichzeitig unterstrich er, dass Vertreibung niemals gerechtfertigt werden könne, menschenrechtswidrig bleibe und das Erinnern heute nicht Revanchismus, sondern Verständigung und Versöhnung dienen müsse.

Diese Grundsätze spiegeln sich auch in der Resolution der AGDM in der FUEN wider, die am 4. März 2025 anlässlich des 80. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkrieges von der AGDM verabschiedet wurde. Die deutschen Minderheiten aus mehr als 20 Ländern Mittel- und Osteuropas sowie Zentralasiens erinnern darin an das Schicksal der deutschen Zivilbevölkerung, die nach Kriegsende von Vertreibung, Deportationen, Internierung, Zwangsarbeit, Enteignung, kultureller und sprachlicher Diskriminierung sowie kollektiver Schuldzuweisung betroffen war. Die Resolution fordert, diese Verbrechen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, würdig an die Opfer zu erinnern und die Rechte nationaler und ethnischer Minderheiten zu schützen. Zugleich macht sie deutlich, dass offene historische Aufarbeitung und Minderheitenschutz wichtige Beiträge zu Frieden und Verständigung sind.

Die AGDM in der FUEN ist überzeugt, dass eine verantwortungsvolle Erinnerungskultur das Leid aller Opfer anerkennt, historische Zusammenhänge klar benennt und zugleich den Blick auf die Zukunft richtet. Der Schutz nationaler und ethnischer Minderheiten, die Achtung der Menschenrechte sowie die Förderung von Verständigung und Versöhnung bleiben zentrale Voraussetzungen für ein friedliches Europa.

Die Resolution der AGDM in der FUEN finden Sie HIER.