28. August: Erinnerung an die Deportation der Deutschen aus der ehemaligen UdSSR

Jedes Jahr am 28. August erinnern die Deutschen aus der ehemaligen UdSSR an den dunkelsten Tag ihrer Geschichte. Heute vor 84 Jahren, am 28. August 1941, erließ der Oberste Sowjet den folgenschweren Erlass zur Deportation von rund 900.000 Russlanddeutschen aus der Wolgaregion sowie von Deutschen aus der östlichen Ukraine, dem Kaukasus und weiteren Gebieten in die unwirtlichen Regionen Sibiriens und Zentralasiens.

Etwa 350.000 von ihnen wurden in Arbeitslager verschleppt, wo sie unter unmenschlichen Bedingungen schuften mussten. Mindestens 150.000 verloren ihr Leben durch Hunger, Kälte oder die brutalen Arbeitsbedingungen.

Die Deportationen bedeuteten nicht nur den Verlust der Heimat, sondern auch den Verlust grundlegender Rechte und Freiheiten. Die Deutschen standen unter strenger Kontrolle der sowjetischen Behörden und waren laut Erlass des Obersten Sowjets von 1948 „auf ewige Zeiten“ verbannt.

Seit den frühen 1990er-Jahren begehen die Russlanddeutschen den 28. August als „Tag der Erinnerung und Trauer“. An diesem Tag wird der Opfer gedacht, die ihr Leben verloren haben, und der Überlebenden, die unter schwierigsten Bedingungen einen Neuanfang wagen mussten.

„Auch wir, die AGDM in der FUEN als Gemeinschaft der deutschen Minderheiten in Mittel- und Osteuropa sowie in Zentralasien, gedenken der Opfer und Überlebenden. Dieser Tag ist für uns ein Mahnmal gegen das Vergessen und zugleich ein Symbol für den Willen der Russland-, Schwarzmeer-, Krim- und Kaukasusdeutschen, ihre Identität, Kultur und Gemeinschaft zu bewahren und weiterzuentwickeln“, erklärt der Sprecher der AGDM, Bernard Gaida.