Deutsche Minderheit in Slowakei

In der FUEN vertreten seit 1993

 

Seit Zeiten des Heiligen Stephan, dem ersten König Ungarns (1000-1038), wurden Deutsche als Fachleute in das damalige Königreich gerufen: Bergleute, Handwerker, Kaufleute, aber auch Ritter und Geistliche. So kamen Bergleute aus Kärnten und dem Harz, aus Böhmen und Mähren in die Gebiete der heutigen Slowakei.

Den Begriff "Karpatendeutsche" prägte der Historiker Raimund Friedrich Kaindl am Anfang des 20. Jh., er bezeichnet so die Deutschen in der Slowakei und der Karpaten-Ukraine. Es gibt drei Regionen, in denen die Angehörige der deutschen Minderheit bis heute leben, ihre Zahl betrug in denselben bis 1945 etwa 150.000 Personen: Pressburg (slow. Bratislava) und Umgebung, das sog. Hauerland und die Zips. In der Zeit der Hussiten- und Türkenkriege und später durch die Magyarisierung wurde die Zahl der Deutschen stark vermindert. Die Eingliederung der Slowakei in die Tschechoslowakei im Jahr 1918 brachte für das Karpatendeutschtum eine Wende zum Positiven: die nationale Minderheiten hatten das Recht auf eigene Schulen, Vereine und Presse. Da es vielfach an qualifizierten Lehrern fehlte, kamen Lehrer aus dem Sudetenland, welche neben der Bildung auch bei der Entstehung eigenständiger Vereine mitwirkten und das nationale Bewusstsein belebten.

Politisch war das Karpatendeutschtum zersplittert, nur die Zips stand fast geschlossen hinter der Zipser Deutschen Partei. Im Jahre 1929 wurde die Karpatendeutsche Partei gegründet, 1935 schloss sie ein Wahlbündnis mit der Sudetendeutschen Partei. Im Oktober 1938 vollzog sich die Umwandlung der Karpatendeutschen Partei in die Deutsche Partei. Aufgrund des Vertrages der Slowakei mit dem Deutschen Reich erhielten die Karpatendeutschen in der Slowakischen Republik politische Freiheit und Schul- und Kulturautonomie. Neben den Millionen Deutschen aus dem Osten gehörten auch die Karpatendeutschen zu den Leidtragenden des von Deutschland verursachten Krieges und der Machtpolitik Stalins und Beneš. Nach dem Ausbruch des Aufstandes in der Slowakei (im Herbst 1944) waren die Karpatendeutschen auf sich alleine angewiesen. Am schlimmsten betroffen waren die Streusiedlungen und das Hauerland: Massenmorde in Rosenberg, Glaserhau, Schemnitz, Deutsch-Proben mit allein ca. 450 Toten. Ab November 1944 begann die Evakuierung, insgesamt dürften zwei Drittel der Karpatendeutschen durch die Evakuierung erfasst worden sein. Viele versuchten nach dem Kriege in die Heimat zurückzukehren, wurden aber, wie die in der Heimat Verbliebenen, in Lager gesteckt, und 1945/46 aus der CSR ausgewiesen. Ungefähr 10-15 % der Karpatendeutschen sind aus verschiedenen Gründen in der Slowakei geblieben. Bei der Flucht, Vertreibung, Verschleppung und im Konzentrationslager in Nováky verloren weitere Hunderte Karpatendeutscher ihr Leben. Schwer war die Lage der Karpatendeutschen, die aus unterschiedlichen Motiven in der Slowakei geblieben sind. Aufgrund der Beneš-Dekrete sind sie recht-, ehr- und besitzlos geworden. Bei der Volkszählung 1950 haben sich 5.179 Bewohner zur deutschen Nationalität bekannt. 1980 waren es nur noch 2.819. Nach 1989 veränderte sich die Lage der hiesigen deutschen Minderheit, bei der Volkszählung 1991 haben sich 5.629 Personen zur deutschen Nationalität gemeldet, es wird jedoch angenommen, dass die reelle Zahl höher ist.

Nach 1945 wurde Deutsch nur als Fremdsprache gelehrt und erst seit 1992 kam es zu einem Neuanfang mit eigenen deutschen Kindergärten, bilingualen Volksschulen und Gymnasien. Seit 1991 erscheint in Deutschendorf das „Karpatenblatt", Monatsblatt der Karpatendeutschen. Was die Sprache der Angehörigen der deutschen Minderheit in der Slowakei betrifft, müssen die althergebrachten deutschen Dialekte ebenfalls erwähnt werden. Unter den Bewohnern des Pressburger Siedlungsgebietes herrschte eindeutig die bairische Mundart vor. Für das Hauerland ist eine „ostmitteldeutsch-bairische Mischung" typisch, wie auch für die Unterzips. Für die Oberzips kommt als Herkunftsgebiet der schlesische und sudetenländische Raum in Betracht, was ihre spezifischen Dialekte betrifft.  


Am 30.09.1990 wurde in Metzenseifen der Karpatendeutsche Verein in der Slowakei ins Leben gerufen. Der KDV ist eine gesellschaftliche und kulturelle Vereinigung von Bürgern der Slowakischen Republik, die deutscher Nationalität, deutscher Herkunft oder deutscher Muttersprache sind, sowie von Sympathisanten der deutschen Minderheit in der Slowakei und ihrer Kultur. Die Karpatendeutsche Gemeinschaft wird heute auf ca. 10.000 Mitglieder geschätzt, wobei nicht alle Mitglieder im Karpatendeutschen Verein sind, sondern sich lediglich als Karpatendeutsche bekennen.

 

Internationale Kontakte Jugendarbeit
Karpatendeutsche Jugend - IKeJA - KDJ ist ein gesellschaftlicher und kultureller Verein von Bürgern der slowakischen Republik, die deutscher Herkunft bzw. deutscher Nationalität sind oder an deutscher Kultur interessiert sind. IKeJA - KDJ ist eine unpolitische und überkonfessionelle Organisation. IKeJA - KDJ ist eine Jugendorganisation, die besonders mit dem Karpatendeutschen Verein in der Slowakei zusammenarbeitet.
www.kdj.sk

 


Das Karpatenblatt

Seit Juli 1992 erscheint in deutscher Sprache das Karpatenblatt, Monatszeitung der deutschen Minderheit in der Slowakei, ihre Auflage ist aktuell 2.100 Exemplare.
www.karpatenblatt.sk

 

Karpatendeutsche Assoziation
Zu den effizientesten Hilfen der Bundesrepublik Deutschland in der Slowakei gehört die wirtschaftliche Förderung kleiner und mittlerer Privatunternehmen in den Regionen der Karpatendeutschen und ihrem Umfeld. Um die Fördermaßnahmen durchführen zu können, wurde im Jahre 1993 die Karpatendeutsche Stiftung gegründet, die im November 1997 in eine bürgerliche Vereinigung (entsprechend e.V.) transformiert worden ist.
www.kda.sk

 

Museum der Kultur der Karpatendeutschen
Das Museum der Kultur der Karpatendeutschen hat seine Tätigkeit am 1. August 1994 begonnen. Seit dem 1. Januar 1997 ist das Museum eine selbständige Einheit des Slowakischen Nationalmuseums. Hauptziel dieses Museums ist es, die Gegenstände der materiellen und geistigen Kultur der Karpatendeutschen zu sammeln, zu bewahren, fachkundig zu bearbeiten und zu präsentieren.
www.snm.sk

 

Das Goethe-Institut Bratislava hat sich u.a. zum Ziel gesetzt, in den nächsten Jahren den Dialog und Erfahrungsaustausch mit deutschen und anderen europäischen Künstlern und Kulturschaffenden zu fördern, wobei der Schwerpunkt bei der zeitgenössischen Kultur liegt, sowie die Stellung der deutschen Sprache in der Slowakei - besonders im Kontext der Öffnung der Grenzen seit der Osterweiterung der EU - zu halten und möglichst auszubauen.
www.goethe.de/bratislava

Deutsche Botschaft in Bratislava
http://www.pressburg.diplo.de/Vertretung/pressburg/de/Startseite.html

Aktuelles

Jetzt für ifa-Kulturassistenz bewerben!

Der Karpatendeutsche Verein sucht eine*n Kulturassistent*in für den Social-Media- und Online-Auftritt des Karpatenblattes, dem einzigen Print- und Online-Medium der deutschen Minderheit in der Slowakei.

Der Fokus der Kulturassistenz liegt im redaktionellen Bereich. Es sollen Beiträge für die Social-Media-Kanäle und Online-Auftritte des Karpatenblattes verfasst werden. Dabei soll besonders eine junge Zielgruppe angesprochen werden. Außerdem sollte gezielt auf junge Menschen zugegangen werden, um sie zu einer möglichen Mitarbeit beim Karpatenblatt bzw. im Karpatendeutschen Verein zu motivieren. Somit sollen potentielle Nachwuchsredakteur*innen gewonnen werden.

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Podcast: Trachtenlebkuchen, Firlefanz und Medien

„Die grenzübergreifende Zusammenarbeit ist eine Herzensangelegenheit für mich“, sagt Anna. Sie ist Kulturmanagerin des Instituts für Auslandsbeziehungen bei den Ungarndeutschen in Fünfkirchen/Pécs. Im Podcast gibt sie einen Einblick in ihren Arbeitsalltag, das Bildungssystem der Minderheiten und wie man im Lenau-Haus die Generationen zusammenbringt.

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Jan Königs Lieder auf YouTube

Das „Mantakenlied“, das „Hütnalied“ oder so bekannte Schlager wie „Griechischer Wein“ kann man sich nun in der Interpretation von Jan König auf YouTube anhören. Auf dem Kanal „Jan König“ sind über 60 Lieder des ehemaligen Vorsitzenden der Karpatendeutschen Assoziation zu finden, der Anfang März im Alter von 66 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben ist.

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Neuer Vorsitzender der Karpatendeutschen Assoziation

Das Corona-Virus hat einige Änderungen in unserem Leben gebracht. Der gewöhnte Tagesrhythmus hat sich drastisch verändert und die Sicherheitsvorkehrungen haben einige Einschränkungen mit sich gebracht. Nach der mehrmonatigen Erkrankung und dem Ableben von Johann König stand die Karpatendeutsche Assoziation vor der schwierigen Aufgabe, in Zeiten von Corona einen neuen Vorsitzenden zu wählen.

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Grenzen online überwinden

Am 23. April 2020 kamen die Mitglieder der deutschen Jugendorganisationen online gemeinsam ins Gespräch und tauschten neue Ideen zur Corona-Krise aus, um die Pandemie besser zu bewältigen.

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Videokonferenz von AGDM-Jugendvertretern zur Corona-Krise

Am 22. April hat ein Online-Treffen der Jugendvertreter der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten (AGDM) stattgefunden. An der Videokonferenz nahmen Jugendvertreter aus insgesamt zehn europäischen Ländern teil: aus Kasachstan, Kroatien, Polen, Rumänien, Russland, Serbien, Slowenien, Tschechien, Ungarn und der Slowakei. Die AGDM vertraten Koordinatorin Renata Trischler sowie Jugendkoordinator Patrik Lompart, der auch Vorsitzender der Karpatendeutschen Jugend ist.

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Quiz: Sprechen Sie Pressburgerisch?

Wissen Sie, was Knotzer, Haderlak oder Föiserl bedeuten? Hier können Sie testen, wie sattelfest Sie im Pressburgerischen sind, dem Dialekt der deutschen Minderheit in der slowakischen Hauptstadt Bratislava/Pressburg.

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Podcast: Offene Zone, Hamsterradio und Spatzentheater

Offene Zone, Hamsterradio und Spatzentheater: Die deutsche Minderheit im serbischen Sombor lässt sich einiges bei der Jugendarbeit einfallen. Laura ist dort Kulturmanagerin des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa). Sie verrät, was die Donauschwaben auszeichnet, wie sie Grillmeister gewinnen und warum man in Sombor die Ohren spitzen sollte.

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Veranstaltungen abgesagt

Alle Veranstaltungen des Karpatendeutschen Vereins sind bis auf Weiteres aufgrund des Coronavirus abgesagt.

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Abschied von Johann König

Abschiednehmen ist schwer, besonders wenn wir einen Freund verlieren, mit dem wir bereits drei Jahrzehnte lang zusammen gearbeitet sowie Sorgen und Freuden geteilt haben. Am Samstag, dem 7. März hat uns die traurige Nachricht erreicht, dass der Vorsitzende der Karpatendeutschen Assoziation, Mitglied des Karpatendeutschen Rates, unser Vertreter im Ausschuss für nationale Minderheiten am Regierungsamt der Slowakischen Republik, Johann König gestorben ist.

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Offizielle Dokumente

Dr. Ondrej Pöss

Vorsitzender

Karpatendeutscher Verein
Lichardova 20
SK-040 01 Košice
Slowakei

+421 905 717 213
kdv@kdv.sk
http://www.kdv.sk
Dr. Ondrej Pöss

Karpatendeutscher Verein in der Slowakei

Der Karpatendeutsche Verein in der Slowakei, nachfolgend nur KDV, wurde am 27.8.1990 durch seine Registrierung im Innenministerium der Slowakischen Republik gegründet. Die konstituierende Versammlung fand am 30.9.1990 in Medzev/Metzenseifen statt.

Der KDV ist eine gesellschaftliche und kulturelle Vereinigung von Bürgern der Slowakischen Republik, die deutscher Nationalität, deutscher Herkunft oder deutscher Muttersprache sind, sowie von Sympathisanten der deutschen Minderheit in der Slowakei und ihrer Kultur.

Der Sitz des KDV ist in Košice/Kaschau.

Die Ziele der Tätigkeit des KDV sind vor allem:

- Erneuerung und Festigung der Identität der deutschen Minderheit in der Slowakei

- allseitige Unterstützung und Förderung auf kulturellem, gesellschaftlichem, sozialem, bürgerlichem, wirtschaftlichem Gebiet, sowie auf dem Gebiet des Glaubens

- Revitalisierung der deutschen Sprache als Muttersprache

- Revitalisierung und Schutz der deutschen Kultur

- Unterstützung und Förderung von Aktivitäten der Jugend deutscher Nationalität, deutscher Herkunft und ihrer Sympathisanten in der Slowakei

- Herausgabe ursprünglicher schöngeistiger Literatur, Fachliteratur und Periodika; der KDV ist Herausgeber des Monatsblattes „Karpatenblatt“

- Entfaltung der Toleranz und des guten Zusammenlebens mit allen Bürgern der Slowakei, ungeachtet der Nationalität oder des Glaubensbekenntnisses

Quelle: www.kdv.sk

 Karpatendeutscher Verein in der Slowakei