Ungarn

Deutsche Minderheit in Ungarn

In der FUEV vertreten seit 1989.

Die deutsche Minderheit in Ungarn ist die größte nationale Minderheit mit schätzungsweise 200-220.000 Personen. Es ist zu erwähnen, dass die Vertreibung von etwa 200.000 Deutschen in den Jahren 1946-48 auf Grund der Daten der amtlichen Volkszählung aus dem Jahre 1941 erfolgte, deswegen sind von Seiten des Statistischen Amtes (KSH) noch keine reellen Zahlen zu erwarten. Die Daten der letzten Volkszählung 2001 haben allerdings im Falle der deutschen Minderheit eine positive Tendenz gezeigt, im Vergleich zur Volkzählung 1990 stieg die Anzahl derer, die als Nationalität Deutsch angegeben haben von ca. 36.000 auf 63.000 und fast 90.000 Personen haben eine starke Bindung zur Kultur der deutschen Minderheit angegeben.

Im heutigen Ungarn gibt es drei größere Siedlungsgebiete, in denen Angehörige der deutschen Minderheit in höherer Anzahl leben: West-Ungarn entlang der österreichischen Grenze, das Ungarische Mittelgebirge (vom Ofner Bergland (ung. Budai hegyek)) bis zum Plattensee-Oberland (ung. Balaton-Felvidék) und Südost-Transdanubien (Komitate Branau (ung. Baranya), Tolnau (ung. Tolna), Schomodei (ung. Somogy)). Die Vorfahren der deutschen Minderheit in West-Ungarn sind „Urbewohner" dieser Gegend und bilden ab dem 13. - 14. Jahrhundert in wichtigen Zentren wie Ödenburg (ung. Sopron) und Wieselburg (ung. Moson) die Mehrheitsbevölkerung im ehemaligen Deutsch-West-Ungarn. In Südost-Transdanubien mit dem Zentrum Fünfkirchen (ung. Pécs) leben die Nachkommen von Ansiedlern nach den Türkenkriegen v.a. im 18. Jahrhundert, von denen die meistens aus Hessen, aus der Pfalz, aus der Mainzer, Frankfurter, Fuldaer Gegend bzw. auch aus den Erbländern der Habsburger-Monarchie ins Land zogen.

Etwa 30-40.000 Angehörige der deutschen Minderheit sprechen noch als Erstsprache eine deutsche Varietät, als erlernte Zweitsprache verwenden aber große Teile der ungarndeutschen Bevölkerung die deutsche Standardsprache. Die sprachliche Assimilation ist in den drei Regionen unterschiedlich vorangeschritten, in Südungarn am wenigsten, in der Budapester Gegend am meisten.

Der rechtliche Status der 13 anerkannten Minderheiten wird seit 1993 in einem „Gesetz über die Rechte der nationalen und ethnischen Minderheiten“ geregelt, die Grundrechte der Minderheiten sind auch in der ungarischen Verfassung verankert. Auf kommunaler und auf der landesweiten Ebene sind gewählte Körperschaften (sog. Minderheitenselbstverwaltungen) als politische Vertretung der deutschen Minderheit auf Grund des Minderheitengesetzes seit 1994 etabliert worden.


Die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) ist das höchste Organ der deutschen Minderheit seit 1995. Sie verfügt über eine zentrale Geschäftsstelle und über Regionalbüros in den von Deutschen bewohnten Regionen des Landes. Sie bildet die Dachorganisation für landesweit 340 lokale Minderheiten-Selbstverwaltungen, über 500 Kulturgruppen und ungarndeutsche Vereine.

Der parlamentarische Beauftragte (Ombudsmann) für Minderheitenrechte (zur Zeit Dr. Ernö Kállai)untersucht Klagen von ungarischen Staatsbürgern, die eine Beschwerde wegen Verletzung ihrer Menschen- und/oder Minderheitenrechte einreichen.
www.obh.hu

Das Ungarndeutsche Kultur- und Informationszentrum
ist eine Einrichtung, die seit 2004 all die mit der deutschen Minderheit in Ungarn im Zusammenhang stehenden Informationen in den Bereichen Gesellschaft, Bildung, Kultur und Ökonomie nicht nur sammelt und diese für jedermann unabhängig von nationaler Zugehörigkeit, auch über die Grenzen Ungarns hinaus zugänglich macht, sondern auch das öffentliche Interesse mit mittelbaren und unmittelbaren Mitteln auf diese Informationen lenkt. Die Direktorin der Zentrums ist Monika Ambach.
www.zentrum.hu

Neue Zeitung (ungarndeutsches Wochenblatt)
Die seit 1957 veröffentlichte Zeitung ist die Zeitung für die Angehörige der deutschen Minderheit. Sie erscheint in 3.000 Exemplaren wöchentlich. Seit 1992 ist die Trägerin der Zeitung die Neue-Zeitung-Stiftung. Die Redaktion wurde 1997 mit dem Minderheitenpreis des Ungarischen Ministerpräsidenten ausgezeichnet. Chefredakteur ist Johann Schuth.
www.neue-zeitung.hu

Die Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher (GJU)
ist eine Jugendorganisation, die sich auf vielfältige Weise mit der ungarndeutschen Sprache und Kultur auseinandersetzt. Über die Arbeit der GJU soll den Jugendlichen ein demokratisches Grundverständnis sowie ein offenes Weltbild vermittelt werden.
www.gju.hu

Radio Fünfkirchen
Das Regionalstudio des öffentlich-rechtlichen ungarischen Rundfunks sendet täglich 2 Stunden ein deutschsprachiges Programm, 90 Minuten am Vormittag regional, und 30 Minuten am Abend landesweit. Das deutschsprachige Programm besteht etwa zu 30 % aus Wortbeiträgen und zu etwa 70 % aus Musik.
www.pecsiradio.hu

Ungarndeutsches Bildunszentrum Baja (UBZ)
Das Ungarndeutsche Bildungszentrum in Baja ist mit insgesamt über 600 Schülern, einem angeschlossenen Kindergarten und einem  Fortbildungsinstitut eine der größten Einrichtungen der deutschen Minderheit in Ungarn und versteht sich heute als zukunftsorientierte, europäische Begegnungsstätte, in der Bilingualität gleichermaßen angestrebtes Ziel und gelebte Praxis ist. Vom Kindergarten bis zur beruflichen Weiterbildung kommt der deutschen Sprache hier eine wichtige Rolle zu.
http://schulwebs1.dasan.de/udbz/home.htm

Ungarndeutsches Pädagogisches Institut (UDPI)
Das Pädagogische Institut ist bestrebt, das ungarndeutsche Bildungssystem zu unterstützen mit der Organisation von Weiterbildungen für Pädagogen und durch Entwicklung von Lehrwerken.
www.udpi.hu

Verein für ungarndeutsche Kinder (VUK)
Das Ziel der Organisation ist es für Kinder deutscher Abstammung und für Kinder, die an der ungarndeutschen Kultur interessiert sind, Freizeitprogramme, Kurse und verschiedene Camps zu organisieren. Der Verein möchte im Laufe der Programme die sprachliche Fähigkeiten der Kinder und die gehaltvolle und interessante Verbringung der Freizeit fördern, beziehungsweise die zum schulischen Lehrstoff gehörenden Kenntnissen vermitteln.
www.vukinder.hu

Der LANDESRAT der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen
Der Verein hat die Pflege der Traditionen und Kulturwerte, der „musikalischen Muttersprache“ im Bereich Gesang, Musik und Volkstanz der Deutschen in Ungarn als wichtigste Zielsetzung in seiner Satzung verankert. Mitglieder des Landesrates sind die ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen, die mit den in der Satzung verankerten Zielen und Aufgaben einverstanden sind und die ihr Einverständnis mit der Beitrittserklärung bekräftigt haben. Die Zahl der Mitglieder im Jahre 2007: 276, (davon 110 Jugendgruppen).
www.landesrat.mx35.de

Deutsche Botschaft Budapest
http://www.budapest.diplo.de/Vertretung/budapest/de/Startseite.html

Aktuelles

Forschungsbesuch der DNG-Schüler in Hartian…

Das Deutsche Nationalitätengymnasium hat – mit der Unterstützung der Deutschen Botschaft – ein Forschungsprojekt gestartet. Im Rahmen des Projektes besuchen sie mit Schülergruppen 6 Siedlungen im Nordungarn: nämlich Wudersch/Budaörs, Tscholnok/Csolonok, Schaumar/Solymár, Wetschesch/Vecsés, Pußtawam/Pusztavám und Hartian/Újhartyán.

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Danke Zentrum!

Während der letzten vier Monaten war ich die Praktikantin des Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrums und Bibliothek. Ich war nicht bei der täglichen Arbeit dabei, eher nahm ich an der Vorbereitung und bei der nachträglichen Arbeit der Veranstaltungsreihe Zentrum-Programme im HdU teil. Auch vorher habe ich diese Programme mehrmals besucht, jetzt natürlich alle, und eins kann ich bestätigen: Sie waren echt vielfältig und interessant!

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Kindergartenfeier in Tolnau

Ein großer Traum der Tolnauer wurde wahr, als im Januar 1992 der Kindergarten die Türen zum ersten Mal vor den kleinen Kindern öffnete. Am Pfingstsamstag wurde das 25-jährige Bestehen des Tolnauer Marienkäfer Nationalitätenkindergartens gefeiert. Die Dorfbewohner nahmen an dieser Feier begeistert teil, weil fast jeder einen persönlichen Kontakt innerhalb der 25 Jahre zum Institut hatte. Während der Jahre besuchten 160 Kinder den Kindergarten.

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Schwäbisches Sommerfest in Kismaros

Am vergangenen Wochenende, 16.-17. Juni, feierte Kismaros und die dortige schwäbische Gemeinde ihr Sommerfest. Das zweitägige Programm wurde vielseitig gestaltet. So wurde eine Ausstellung im Kulturhaus eröffnet, die eine Woche lang Schnitzereien von Ernő Moser und eine Trachtenpuppen-Sammlung zeigte.

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Offizielle Dokumente

Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen - Sprachführer Deutsch in Ungarn

German_in_Hungary.pdf

Otto Heinek

Vorsitzender

Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen LdU
Júlia u. 9
HU-1026 Budapest
Ungarn

+36 1 212 9151
ldu@ldu.hu
www.ldu.hu
Otto Heinek

Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU)

Die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) ist das höchste Organ der deutschen Minderheit seit 1995. Sie verfügt über eine zentrale Geschäftsstelle und über Regionalbüros in den von Deutschen bewohnten Regionen des Landes. Sie bildet die Dachorganisation für landesweit 406 örtliche Minderheitenverwaltungen, über 500 Kulturgruppen und ungarndeutsche Vereine.

Postanschrift: Pf. 348, H-1537 Budapest

Facebook: www.facebook.com/Landesselbstverwaltung

Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU)