Arbeitsgemeinschaft deutscher Minderheiten 2011
vom 20. - 23. Oktober 2011 in Eupen / Belgien.
in Zusammenarbeit mit der Deutschsprachigen Gemeinschaft und mit Unterstützung des Bundesministeriums des Innern/Deutschland

Die Teilnehmer der diesjährigen AGDM Tagung in Eupen kamen aus Dänemark (Kurt Seifert), Ungarn (Koloman Brenner, AGDM-Vorsitzender), Polen (Bernard Gaida), Lettland (Aina Balasko), Slowenien (Primoz Debenjak), Russland (Olga Martens, Elizaveta Graf), Ukraine (Wladimir Leysle, Alexander Schlamp), Tschechien (Richard Neugebauer), Moldawien (Tatiana Iuriev), Kroatien (Renata Trischler), Kasachstan (Yekaterina Salazgorskaya), Georgien (Harry Augst), Frankreich (Robert Joachim), Rumänien (Hans Klein), FUEV (Hans Heinrich Hansen, Jan Diedrichsen). Foto: VDG
Vertreter von 14 deutschen Minderheiten trafen in Belgien auf einen Vertreter aus der „Formel 1“ der Autonomieregelungen in Europa

Die Situation der deutschen Minderheiten in Kasachstan ist nicht vergleichbar mit der Moldawiens oder mit der Lebenswirklichkeit in Kroatien, Polen bzw. Dänemark. Dennoch gibt es einiges, das die deutschen Minderheiten in Europa verbindet. Das wurde vom 20. bis zum 23. Oktober 2011 in Eupen, Belgien, deutlich, als sich 18 Vertreter aus 14 deutschen Minderheiten, auf Einladung der FUEV, im Rahmen der jährlichen Tagung der Arbeitsgemeinschaft deutscher Minderheiten (AGDM), in der Deutschsprachigen Gemeinschaft zusammenfanden.

Der Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft (DG) in Belgien, Karl-Heinz Lambertz, begrüßte die Gäste und unterstrich die Bedeutung der Zusammenarbeit der Minderheiten in Europa und erläuterte, warum sich die Deutschsprachige Gemeinschaft in Belgien – die zwar eine Minderheit in Belgien, aber eine Mehrheit in ihrer Region bildet – an der Arbeit der FUEV beteiligt. Die DG ist institutioneller Förderer der FUEV und Partner in den EU-Projekten im Bereich der Mehrsprachigkeit und sprachlichen Vielfalt. Anhand der Situation in der Deutschsprachigen Gemeinschaft zeigte der Ministerpräsident die Möglichkeiten auf, die sich durch die natürliche Mehrsprachigkeit und spezifische Kompetenzen der Angehörigen von Minderheiten ergeben.

Die Gastgeber aus Eupen hatten ein intensives und informatives Programm für die Besucher zusammengestellt, die aus Georgien, Russland, Kroatien, Dänemark, Frankreich, Tschechien, Kasachstan, Ukraine, Polen, Slowenien, Lettland, Ungarn, Moldawien, Rumänien angereist waren. So erläuterten neben dem Ministerpräsidenten der Kabinettschef im Unterrichtsministerium Joseph Dries und der für die internationalen Beziehungen der DG verantwortliche Stefan Förster die besondere Stellung der Deutschsprachigen Gemeinschaft und ihren weit reichenden Autonomiestatus im Rahmen des föderalen System Belgien. Man bewege sich „in der Formel 1 der Minderheitenregionen in Europa – mit einer Autonomie mit eigener Gesetzgebungskompetenz“, erklärte Karl-Heinz Lambertz.

Ein Besuch im deutschsprachigen Gericht, im Parlament und beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk komplementierte das Bild über die Situation der deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien.

Die deutschen Minderheiten in der FUEV nutzten das Treffen, um sich gegenseitig über ihre aktuelle Situation zu informieren. Man war sich einig, dass die Situation der deutschen Minderheiten in den vergangenen Jahren – nicht nur mit Blick auf die finanzielle Förderung schwieriger geworden sei, bzw. sich verschlechtert habe.

Die AGDM-Teilnehmer berieten sich in Eupen darüber hinaus über den nächsten FUEV-Kongress. Der Kongress findet im Mai 2012 in Moskau statt. Inhaltlich wird in Russland das Grundrecht auf Sprache im Mittelpunkt stehen. Es wurde mit Blick auf das Grundrecht festgehalten, dass die Beschäftigung mit der eigenen Sprache wissenschaftliche Analysen zwar wichtig seien, den Minderheiten fehle es aber weniger an wissenschaftlicher und rechtlicher Erkenntnis, sondern vielmehr an ganz praktischen Hilfen.

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