- AGDM-Besuch in Lettland

SEHR GELUNGENES 23. LIEDERFEST DER VEREINE DER DEUTSCHEN MINDERHEITEN IM BALTIKUM GING FEIERLICH ZUENDE

Zum traditionellen Liederfest der Vereine der deutschen Minderheit im Baltikum, das vom Verband der Deutschen in Lettland schon zum 23. Mal organisiert wurde und am 27. und 28. Oktober 2017 in der lettischen Hauptstadt Riga stattfand, versammelten sich mehr als 200 sing- und tanzfreudige Teilnehmer aus Lettland (Daugavpils, Dobele, Liepaja, Ventspils, Riga), Estland (Ida-Virumaa, Tartu), Litauen (Klaipeda, Vilnius, Mareampolis, Kaunas, Silute) und Russland (Sankt Petersburg). Diesem Treffen wohnten der Sprechen der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten (AGDM), Bernard Gaida und die Koordinatorin des AGDM Büros in Berlin, Renata Trischler, bei. Der Aufenthalt in Riga wurde genutzt um weitere Besuche bei den deutschen Minderheiten und Institutionen durchzuführen.

Das Liederfest ist durch die lange Tradition zu einer der wichtigsten Veranstaltungen der deutschen Minderheit im Baltikum geworden und stellt gleichzeitig eine einzigartige Plattform für die regelmäßige Pflege der deutschen Kultur und Sprache, den Kulturaustausch und die Kontaktpflege der DMI sowie der Öffentlichkeitsarbeit dar. Das Liederfest ist das einzige tri-nationale Kulturprojekt der DMI im Baltikum, das insgesamt 17 Vereine und Ensemble/Chöre versammelt und als die wichtigste Zusammenkunft der Vereine im Jahr gilt.

Höhepunkt der Veranstaltung bildete das feierliche Abschlusskonzert am Abend des 28. Oktober. Der deutsche Botschafter in Riga, Rolf Schütte würdigte in seinem Grußwort die Leistung der rund 220 Teilnehmenden. Ein Grußwort des Beauftragten für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, MdB Hartmut Koschyk, wurde stellvertretend vom Sprecher der AGDM Bernard Gaida verlesen. Ilze Garda, Vorsitzende des Verbands der Deutschen in Lettland, führte durch den Abend.

Im Rahmen des Liederfestes fand auch ein Forum für Vereine der deutschen Minderheit zum Thema: „Zukunftsperspektiven der deutschen Minderheit im Baltikum und best practice Beispiele“ statt. Es stellten die Vertreter der Vereine viele interessante Projektideen vor und man konnte sich auf mögliche zukünftige Kooperationen über Ländergrenzen hinweg verständigen.

Parallel zum Liederfest wurde vom 26. bis 29. Oktober ein Mediencamp für Jugendliche aus Estland, Lettland und Litauen abgehalten. Dort hatten Jugendliche im Alter von 16 bis 25 Jahren die Gelegenheit, sich als Autoren und Journalisten auszuprobieren. Während des Mediencamps vermittelten ihnen erfahrene Journalisten Grundlagen des journalistischen Arbeitens und der Mediengestaltung.

Sonntag begann mit einem deutschen Gottesdienst im Rigaer Dom, in dem sich die Gemeinschaft der Deutschen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Lettland regelmäßig trifft. Herrn Stefan Meissner, Mitglied des Kirchenvorstands der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Lettland, wurde in diesem Zuge von der AGDM das neuerschienene Buch über die Konferenz „Glaube – Stütze der Identität“  überreicht.

Es folgte ein Besuch bei Domus Rigensis (domus-rigensis.eu). Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht die Kontakte und Zusammenarbeit zwischen den Deutschbalten und Letten zu pflegen und zu vertiefen.  Als die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen im Jahre 1991 ihre Unabhängigkeit wiedererlangten, entstanden viele Initiativen, um die historischen Verbindungen zwischen Deutschland und dem Baltikum wiederzubeleben. Besonders die Deutschbalten, die aus Lettland und Estland stammten, pflegen intensive Kontakte zu Menschen und Institutionen ihrer früheren Heimat. Der Verein Domus Rigensis wurde 1992 auf lettische Initiative hin von Deutschbalten und Letten in Riga gegründet. Es fand ein informatives Treffen im schönen Metzendorff Haus mit der Geschäftsführerin des Deutschbaltisch-Lettischen Zentrums, Nora Rutka, statt. Gemeinsam mit Ilze Garda und Aina Balasko, erklärte Nora Rutka den Besuchern die komplizierten geschichtlichen Beziehungen auf dem Baltikum.

Montag besuchte die AGDM Vertretung das Haus der Minderheiten in Riga, den Hauptsitz des Verbandes der Deutschen Lettlands. Es folgten Gespräche mit Herrn Guntis Helmanis, Leiter der Abteilung für Bildung, Kultur und Sport der Rigaer Stadtverwaltung und ein Treffen mit der Vertreterin der Abteilung für die Minderheiten im lettischen Kultusministerium. So konnten die Vertreter der AGDM auch die Minderheitenpolitik Lettlands näher kennenlernen.

Am Nachmittag fand ein Besuch bei dem deutschen Verein in Dobeln (Dobele), etwa 80 Kilometer von Riga entfernt, statt. Der Verein hatte sich am Liederfest mit einem schönen Programm vorgestellt. Nun erzählten die Mitglieder über ihre Schwierigkeiten seitens der lettischen Behörde, aber auch aus Deutschland Verständnis und Unterstützung zu finden.

Schriftliches Grußwort von Bundesbeauftragtem Hartmut Koschyk lesen Sie hier: www.aussiedlerbeauftragter.de/SharedDocs/Reden/AUSB/DE/gw-liederfest-baltikum.html

Mehr Fotos unter: www.flickr.com/photos/152900816@N08/albums/72157688269190321

AGDM-Besuch in Lettland